Dieser Tag in der Geschichte: 23. Juli - Der Tod einer Legende

Dieser Tag in der Geschichte: 23. Juli - Der Tod einer Legende

Dieser Tag in der Geschichte: 23. Juli 1948

„Seine Arbeit zu sehen ist wie ein Zeuge für den Beginn der Melodie oder den ersten bewussten Einsatz des Hebels oder des Rades; die Entstehung, Koordination und erste Beredsamkeit der Sprache; die Geburt einer Kunst: und zu erkennen, dass dies die ganze Arbeit eines Mannes ist “(James Agee)

David Wark Griffith ist wohl das wichtigste Individuum bei der Entwicklung des Filmemachens als Kunstform. Charlie Chaplin, ein weiterer Filmpionier von unberechenbarer Bedeutung, nannte Griffith "den Lehrer von uns allen". Griffith war ein Visionär, der den Film nicht nur als Ausdrucksmedium anerkannte und ausnutzte, sondern auch als Katalysator für den gesellschaftlichen Wandel.

Der am 22. Januar 1875 in Crestwood, Kentucky, geborene Griffith war der Sohn eines Kriegsveteranen der Konföderierten Staaten mit dem Spitznamen "Roaring Jake". Sein Vater starb im Alter von zehn Jahren und hinterließ die Familie in verschuldeter Armut. Griffith hatte wenig formale Ausbildung, war aber ein unersättlicher Leser und hatte es sich zum Ziel gesetzt, Dramatiker zu werden. Zu diesem Zweck verließ er sein Zuhause, um in kleineren Produktionen das Land zu bereisen. Er lernte nicht nur das Handwerk des Schauspielers, sondern auch wie man eine Geschichte erzählt - und sie den Massen verkauft.

1908 trat er in die Biograph Company ein. Schon bald leitete er die gesamten Fähigkeiten der Schauspiel-, Schnitt- und Kameraarbeit. Es dauerte nicht lange, bis Griffith die Einstellungen für lange Aufnahme, Einblenden, Ausblenden, Nahaufnahme, Vollbild, bewegte Kamera und Flashback eingeführt hatte.

Inspiriert von den längeren "Spektakel" -Filmen, die in Europa produziert wurden, verließ Griffith Biograph und machte 1915 eines der ersten filmischen Meisterwerke, das Bürgerkriegs-Epos "Die Geburt einer Nation" Ereignisse, die es wie keine andere darstellte. Leider ist es auch unwirklich rassistisch und wurde schon damals von vielen als Beitrag zum Wachstum des Ku-Klux-Klans angeklagt.

Die Kritik an "The Birth of a Nation", obwohl es an der Kinokasse ein Monstererfolg war (bereinigt um die Inflation von 700 Millionen US-Dollar), war Griffiths nächster Film, das dreieinhalb-stündige epische "Intolerance". (1916) war eine Anklage wegen rassischer Vorurteile im Laufe der Jahrhunderte. Im Gegensatz zu "Geburt einer Nation" floppte "Intoleranz" jedoch.

"Broken Blossoms" war seine erste Verfilmung durch United Artists, die Produktionsfirma, die er 1919 mit Charlie Chaplin, Mary Pickford und Douglas Fairbanks gründete. "Way Down East" kam 1920 zum Einsatz und Griffiths Ruf als führender US-amerikanischer Regisseur wurde akzeptiert von allen.

Aber als die zwanziger Jahre drohten, wurde Griffiths Stil in der Ära der Klappe altmodischer. Obwohl er das damals moderne Kino beinahe im Alleingang sowohl künstlerisch als auch technisch erfunden hatte, verkaufte er seine viktorianischen Gefühle nicht mehr bei den Kindern. Sie strömten zu den polierten und raffinierten Bildern von Cecil B. DeMille mit der Weltfrau Gloria Swanson. Die süße und unschuldige Lillian Gish hatte ihren Tag gehabt. Und so war D.W. Griffith

In den letzten 15 Jahren seines Lebens konnte Griffith kaum eine Arbeit in der Branche finden, die er mitgestaltet hatte. Er starb am 23. Juli 1948 in einem Hotelzimmer in Hollywood, fast vergessen von der Masse.

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